Festival Camping Tipps – unsere Erfahrungen bei Rock im Park
Letztes Jahr waren wir zum ersten Mal gemeinsam bei Rock im Park campen – ganz klassisch mit Zelt direkt am Dutzendteich in Nürnberg.
Eigentlich dachten wir, ziemlich gut vorbereitet zu sein. Schließlich hatten wir uns vorher viele Videos angeschaut, Packlisten geschrieben und versucht, an alles zu denken. Trotzdem haben wir einige Dinge komplett unterschätzt – vor allem das Wetter und wie anstrengend Festivalcamping manchmal wirklich sein kann.
Wir waren extra pünktlich zur Zeltplatzöffnung da, weil wir unbedingt noch einen guten Platz bekommen wollten. Und das war tatsächlich eine sehr gute Entscheidung. Schon kurze Zeit später wurde der Campingplatz immer voller und viele Leute mussten ewig suchen, bis sie überhaupt noch irgendwo ihr Zelt aufbauen konnten.
Im Nachhinein würden wir einiges anders machen – vieles würden wir aber auch sofort wieder genauso mitnehmen. Deshalb teilen wir hier unsere persönlichen Festival Camping Tipps und Erfahrungen von Rock im Park.
Wir haben das Beste aus dem Wetter gemacht
Eigentlich hatten wir uns eher auf sonniges Festivalwetter eingestellt. Sonnencreme war natürlich eingepackt – benutzt haben wir sie allerdings kein einziges Mal. Stattdessen wurde es ziemlich kalt, nass und matschig.
Vor allem normale Turnschuhe waren bei dem Wetter schnell keine gute Idee mehr. Meine Tochter hatte anfangs nur leichte Schuhe dabei und diese waren nach kurzer Zeit komplett durchnässt. Da ich noch einmal zu Hause war, habe ich ihr etwas später noch feste Schuhe mitgebracht.
Auch warme Kleidung war deutlich wichtiger, als wir vorher gedacht hätten. Gerade abends und nachts wurde es überraschend kalt. Mit trockenen Hoodies und Wechselkleidung war alles gleich viel entspannter. Das wichtigste Teil, waren aber tatsächlich die Regenponchos, da es immer wieder stark geregnet hat. Die Ponchos waren sehr praktisch, da man sie einfach über die normalen Klamotten ziehen konnte und eben auch wieder schnell raus kam.
Eine kleine Auswahl von Dingen die du brauchst:
- feste wasserdichte Schuhe
- Regenjacke oder Poncho
- warmer Hoodie / Jacke
- Wechselkleidung
- trockene Socken
- kleine Handtücher
- Taschentücher oder Toilettenpapier
Unser kleines Zelt war perfekt für den knappen Platz
Wir hatten ein kleines Fresh & Black Wurfzelt von Decathlon dabei – und im Nachhinein war genau das perfekt.
Der Campingplatz war extrem voll. Viele Leute liefen lange herum und suchten noch freie Stellen für ihre Zelte. Zwischen zwei kleinen Bereichen am Dutzendteich haben wir tatsächlich gerade noch eine kleine Lücke gefunden.
Mit einem großen Familienzelt hätten wir dort sicher gar keinen Platz mehr bekommen.
Außerdem war das kleine Zelt deutlich praktischer als gedacht. Das Fresh & Black Material war gerade morgens wirklich angenehm, weil das Zelt innen dunkler blieb und man trotz Festivaltrubel zumindest etwas schlafen konnte.
Mit über 40 weiß man guten Schlaf plötzlich zu schätzen
Ehrlich gesagt haben wir einige Dinge inzwischen deutlich mehr zu schätzen gelernt als früher – vor allem guten Schlaf und heißen Kaffee am Morgen.
Gerade wenn alles nass und kalt ist, macht ein kleiner Campingkocher einen riesigen Unterschied. Ein heißer Kaffee morgens am Zeltplatz war für uns unbedingt notwendig. Auch wenn ihr etwas zu Essen kochen möchtet oder nur heißes Wasser braucht für die Instantnudeln, muss der Campingkocher ins Gepäck.
Auch gute Matratzen würden wir sofort wieder mitnehmen. Wir hatten die selbstaufblasbaren Campingmatratzen von Decathlon dabei und haben sehr gut darauf geschlafen. Stühle sind praktisch, wenn man auch Zeit am Campingplatz verbringt, zum Essen oder ausruhen. Durch das viele Stehen bei den Konzerten, ist es einfach schön, nicht nur auf dem Boden sitzen zu müssen.
Eine gute Powerbank würden wir inzwischen auf jedes Festival mitnehmen.
Gerade wenn man viele Fotos macht, filmt oder ständig den Festivalplan nutzt, ist der Akku schnell leer. Zwar gibt es bei Rock im Park teilweise auch Schließfächer oder Lademöglichkeiten zu mieten, genutzt haben wir das bisher aber nie.
Für uns war es deutlich entspannter, einfach ein oder zwei geladene Powerbanks dabeizuhaben und das Handy direkt am Zelt laden zu können.
Unsere Ausstattung
- Zelt (Heringe, Gummihammer)
- Musikbox
- Campingkocher
- Gaskartuschen
- Campingstühle
- Luftmatratze / Campingmatratze
- Schlafsack + Decke
- warme Decken
- Wasserkanister oder Faltkanister
- Powerbank zum Handyladen
- kleine Taschenlampe für den Campingplatz
- Bollerwagen (um den ganzen Kram zu transportieren)
Essen auf dem Festival – weniger mitnehmen
Was wir außerdem gelernt haben: Man muss gar nicht so extrem viel Essen mitnehmen, wie man vorher denkt.
Vor Ort gibt es bei Rock im Park inzwischen den Lidl Rock Store, wo man viele Dinge direkt kaufen kann. Das macht vieles deutlich entspannter. Es gibt Lebensmittel, Getränke, Campingartikel und sogar Gummistiefel und Kleidung.
Auf das Festivalgelände darf man ohnehin nichts mitnehmen, Müsliriegel oder Fruchtquetschies, haben aber viele in ihrer Bauchtasche und bekommen es durch den Sicherheitscheck. Insbesondere wenn man mehrere Stunden in den vorderen Reihen stehen möchte, ist es echt wichtig kleine Snacks mitzunehmen oder im Festivalbereich noch zu kaufen.
Trotzdem waren einige Basics für uns wirklich wichtig:
- Kaffee und Tee
- Müsliriegel
- Obst (Bananen, Äpfel)
- Instant-Gerichte
- Nudeln & Pesto
- Brot & Aufstrich
- Wasser
- Gampinggeschirr + Topf
- Spülmittel + Schwamm
Wichtig zu wissen: Glasflaschen und Glasbehälter sind auf Festivals meistens verboten. Darauf sollte man beim Packen unbedingt achten.
Wertsachen und Sicherheit auf dem Campingplatz
Viele fragen sich vor dem ersten Festivalcamping, wie sicher die Zeltplätze eigentlich sind.
Wir persönlich hatten bisher nie Probleme und uns ist auch noch nie etwas weggekommen. Trotzdem würden wir wichtige Dinge niemals offen im Zelt liegen lassen.
Sehr praktisch fanden wir kleine Bauchtaschen oder Brustbeutel, in denen man die folgenden Sachen direkt bei sich tragen kann:
- Ausweis und Krankenkassenkarte
- Ticket!
- Bargeld
- Schlüssel
- Handy (evtl. kleine Powerbank)
- EC-Karte
- kleine Sonnencreme
- Ohrschutz
- Kleines Regencape (falls es evtl. Regen geben soll)
- Taschentücher, Desinfektionsmittel o.ä.
Ein Schloss hatten wir übrigens nie am Zelt. Unser Gefühl war eher: Wenn jemand wirklich hinein möchte, kommt man sowieso ins Zelt – und ein Schloss signalisiert eher, dass dort vielleicht etwas Wertvolles liegt.
Gut zu wissen: Bezahlt wird fast überall bargeldlos
Was wir vorher auch nicht wussten: Auf dem Festivalgelände selbst bezahlt man bei Rock im Park inzwischen fast überall mit einem Festivalbändchen, das vorher mit Guthaben aufgeladen wird.
Große Mengen Bargeld braucht man deshalb eigentlich gar nicht mehr. Etwas Bargeld kann trotzdem sinnvoll sein – zum Beispiel für den Lidl Rock Store oder kleine Ausnahmen.
Was wir dieses Jahr noch besser machen würden
Auch wenn wir vieles schon ganz gut gelöst hatten, würden wir dieses Jahr trotzdem ein paar Dinge optimieren.
Wir werden uns ein etwas größeres Zelt besorgen, da wir wirklich sehr wenig Platz hatten in dem zwei Personen Zelt und unserem Gepäck. Für eine Person war es aber ausreichend.
Wasserfeste, bequeme Schuhe, insgesamt würden wir etwas minimalistischer packen, da wir doch viel Kram dabei hatten, den wir gar nicht genutzt haben. Also im Zweifel lieber weniger mitnehmen und bei Bedarf vor Ort kaufen, wenn es die Möglichkeit gibt.
Unsere Festival-Packliste
Damit wir dieses Jahr nichts vergessen, erstellen wir aktuell auch noch eine komplette Festival-Packliste mit unseren persönlichen Must-haves.
Dort sammeln wir alles, was uns wirklich geholfen hat – von Regenkleidung bis Campingzubehör.
Unser Fazit zum Festivalcamping bei Rock im Park
Trotz Regen, Schlamm und matschiger Schuhe würden wir sofort wieder dort campen. Und werden das auch in diesem Jahr wieder tun.
Denn genau diese Mischung aus Festivalstimmung, langen Tagen, Kaffee am Morgen, spontanen Gesprächen und diesem besonderen Gemeinschaftsgefühl macht Festivalcamping irgendwie unvergesslich.
Und ehrlich gesagt freuen wir uns jetzt schon wieder darauf.
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